Mit dem Wohnmobil als digitaler Nomade durch Europa zu reisen klingt erst einmal faszinierend. Aber nicht alles läuft so wie man es sich vorstellt.

Diese Fragen stellen sich dem digitalen Wohnmobil-Nomaden:

• Wo bekomme ich Strom?
• Wann und wo kann ich Wasser entsorgen?
• Darf ich hier stehen bleiben?
• Wie lange reicht das Gas?
• Wie oft darf ich im Kaffee arbeiten ohne Touristen zu stören?
• Wie sicher ist der Wohnmobil Stellplatz?

1) Wo bekomme ich Strom?

Jeder kennt die Suche nach der nächsten Steckdose um das iPhone oder andere Geräte zu laden. Für den digitalen Nomaden im Wohnmobil ist das natürlich nicht anders. Um uneingeschränkt arbeiten zu können, ist eine gute Stromversorgung und Planung wichtig.
Neben den technischen Geräten benötigen auch die Akkus des Wohnmobils Strom. Bleibt man an einem Ort und lädt das Notebook nur in Cafés, reicht der Strom etwa eine Woche. Fährt man zwischendurch einige hundert Kilometer laden die Akkus während der Fahrt.
Notebook und Smartphone lädt man wenn möglich in Cafés komplett auf, um unterwegs unabhängiger zu sein. Zusätzlich nutze ich einen Hyperjuice Akkupack mit dem sich das MacBook 17″ drei mal laden lässt.

HyperJuice Akkupack

2) Wann und wo kann ich Wasser entsorgen?

Im meinem Wohnmobil gibt es Küche, Dusche und Toilette. Der Frischwassertank hat 110 Liter, der Abwassertank 90 Liter. Zusätzlich gibt es eine tragbare Kassette für die Toilette. Damit kommt man je nach Anzahl der Personen maximal eine Woche aus. Die Zusätze zum Abwassertank und der Toilette sind ebenfalls maximal eine Woche wirksam.
Viele Stellplätze haben Entsorgungsstationen bei denen frisches Wasser nachgefüllt und Abwasser abgelassen werden kann. Um auch außerhalb dieser Stellplätze einige Tage klar zu kommen, geht es vor der Abfahrt von einem Stellplatz zur Entsorgung.

Was ich in 6 Jahren als Digitaler Nomade im Wohnmobil gelernt habe

3) Darf ich hier stehen bleiben?

Außerhalb von Campingplätzen oder Stellplätzen darf man in Deutschland genau genommen maximal 8 Stunden mit dem Wohnmobil stehen und darin übernachten.
Für den digitalen Nomaden ist das Wohnmobil gerade dann besonders praktisch, wenn man direkt vor der Location stehen bleiben kann. Das spart auf Barcamps und Konferenzen Hotelkosten und weite Wege zur Veranstaltung.
Außerhalb Deutschlands können ganz andere Regeln gelten. Deswegen ist es ratsam sich vor der Reise in andere Länder zu informieren.
In der Schweiz ist das parken außerhalb von Campingplätzen mit dem Wohnmobil beispielsweise eher schwierig. Im Stadtkern von Basel darf kein Fahrzeug über 2,8 t über Nacht stehen. In Zürich ist das parken mit einem Wohnmobil praktisch unmöglich.
Trotz all dieser Regeln habe ich innerhalb von 6 Jahren nur zwei mal für Falschparken bezahlt. Innerhalb der blauen Zone in Wien und in Zürich.
In Italien und Spanien gibt es zwar strenge Regeln. Diese werden gegenüber Touristen aber eher locker ausgelegt.

Stellplatz re:publica

4) Wie lange reicht das Gas?

In jedem Land gibt es einen anderen Standard für Gasflaschen. Gas benötige ich im Wohnmobil für Warmwasser, die Heizung, den Kühlschrank und den Herd. Vor der Abfahrt aus Deutschland werden deswegen jedes Mal die Gasflaschen gecheckt. Im Idealfall geht es mit zwei neu gefüllten Flaschen los. So reicht das Gas für 6 – 8 Wochen.
Gas sparen lässt sich wenn der Kühlschrank auf einem Stellplatz oder Campingplatz über Strom betrieben wird.
Im Winter kommt man mit 2 Glasflaschen nur für 1 – 2 Wochen aus.

5) Wie oft darf ich als digitaler Nomade im Kaffee arbeiten ohne Touristen zu stören?

Der digitale Nomade sitzt oft lange im Café und sorgt dabei für relativ wenig Umsatz. Oft belegt er einen ganzen Tisch, an dem eine Gruppe Touristen innerhalb kurzer Zeit für deutlich mehr Umsatz sorgt.
Aus Sicht des Betreibers des Cafés ist es also durchaus verständlich, wenn er sich Gedanken darüber macht, ob er digitale Nomaden dauerhaft in seinem Café arbeiten lassen möchte.
In der Sailing Bar in Riva Del Garda habe ich früher gerne gearbeitet . Letztes Jahr wurde ich freundlich darauf hingewiesen, bitte nicht mehr mit Notebook dort zu arbeiten.
In anderen Cafés hat sich bisher niemand beschwert, auch wenn das manchmal bei der Bestellung eines Cappuccinos in zwei Stunden verständlich wäre.
Im Gegenteil wird man in den meisten Cafés sehr freundlich empfangen und meist direkt gefragt ob man das gleiche wie am Tag zuvor haben möchte.

6) Wie sicher ist der Wohnmobil Stellplatz?

Im Wohnmobil des digitalen Nomaden befindet sich in der Regel viel Technik. Deswegen ist ein sicherer Stellplatz wichtig. Dieser ist möglichst gut beleuchtet und nicht zu weit am Ortsrand.
Außerdem ist es von Vorteil wenn mehrere Wohnmobile zusammen stehen, damit es für Diebe schwieriger wird unbeobachtet ein Wohnmobil zu betreten.

Fazit:

Mit etwas Planung und offenen Augen kann man mit dem Wohnmobil als Digitaler Nomade komfortabel reisen und arbeiten.

1 Kommentar zu „Was ich in 6 Jahren als Digitaler Nomade im Wohnmobil gelernt habe“

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